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MachtKunstMacht 2023
kunst macht – macht kunst
„Damit der Widerstand der Kunst nicht in seinem Gegenteil verschwindet, muss er die unaufgelöste Spannung zwischen zwei Widerständen bleiben.“
Jacques Rancière.
Dass Kunst auch heute noch im Dienste der Herrschenden steht und zur Machtdemonstration instrumentalisiert wird, zeigt das Auftreten von Diktatoren, die sich gerne mit dem Prunk des Barocks oder monumentalen Bauwerken umgeben und sich damit in der Öffentlichkeit präsentieren.
In Zeiten des Barocks wurden Architektur, Kunst und Handwerk als Gesamtkunstwerk verstanden. Funktion und formalästhetische Kriterien wurden im Sinne des „guten Geschmacks“ mit der gesellschaftlichen Forderung nach Wohlanständigkeit und gesellschaftlichen Ansehen verbunden und zeigte den Status des Besitzers an.
Der „gute Geschmack“ im Sinne des Barocks wird von Carola Ruf im Raum der Belle Etage im Hugenottenhaus mit Stuckarbeiten und Rahmenfragmenten ironisch aufgegriffen. Der Raum, in dem die verschiedenen Schichten z.T. durch Restauratoren freigelegt wurden, wird in die Installation einbezogen und referiert zugleich die Geschichte des Ortes.
Nils Klinger untersucht in seiner künstlerischen Arbeit das Phänomen der "Dynastien“, in deren Entstehung, Struktur, Ausbau und Vernetzung, sowie deren Machterhalt und Zerfall. Er visualisiert dies in seinen digitalen Fotografien und Objekten an Hand von Parallelen aus der uns umgebenden Natur.
In der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart beeinflussen Dynastien maßgebend und richtungsweisend das Handeln auf dieser Welt, sei es in politischer, gesellschaftlicher, kultureller als auch wirtschaftlicher Hinsicht. Zunächst abstrakt wirkende Bildmotive lassen in näherer Betrachtung Rückschlüsse und Querbezüge auf die Organisationsstrukturen und deren Begrifflichkeiten von Schönheit, Einflussnahme, Macht, territorialem Streben und Zerfall zu.
Nils Klinger und Carola Ruf haben gemeinsam das Konzept für diesen Raum entwickelt. Beide künstlerische Ansätze und Vorüberlegungen zu den Hintergründen des Bernsteinzimmers ergänzen sich in der gemeinsamen Installation ihrer Arbeiten.